Lachs-Trolling – Glowe (Rügen)

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Nach einem Probefischen in Neustadt war es am 14.04. war soweit! Endlich passte die Windvorhersage. Das Ziel hieß Rügen und damit Lachs!

Ort / Gewässer: Glowe (Rügen), Ostsee
Zielfisch: Lachs

Anfang diesen Jahres war klar, dass die Zanderschonzeit definitiv zu lange dauert. Daher musste dringend etwas zur Überbrückung gefunden werden. Praktischerweise ist von Dezember bis Mai Hochsaison der Trollingangler. Da für diese nicht mit der Vertikalfischerei auf der Elbe zu vergleichen ist, mussten noch einige Umbaumaßnahmen am Boot vorgenommen werden. Natürlich hätte man auch mit der bisherigen Ausstattung loslegen können, aber Ziel sollte der König der Trollingfische sein: Das Ziel hieß Lachs.
Nachdem Downrigger, Autopilot und zur Sicherheit ein AIS Empfänger installiert waren, ging es erst mal nach Neustadt auf Meerforelle und Dorsch zum Testen… Naja, ausgiebig wurden neue Schleppköder getestet, aber auf Fischkontakt warteten wir vergeblich!

Also sollte es ohne Probedrill nach Rügen zu den Königen gehen.
Am 14.04. war es soweit! Endlich passte die Windvorhersage und wir machten uns auf den Weg. Nachts um 2:30 Uhr gings los… „Ihr seid doch bekloppt“ war noch eine vorsichtige Aussage unserer Weibchen!

Das genaue Ziel hieß Glowe, neben Schaprode das Mekka der Trollingangler auf Rügen. Dank eines sehr netten Kollegen, der mit Tipps für diese uns wenig bekannte Angelmethode im Vorfeld geholfen hatte, war die Stimmung erstklassig.

Pünktlich um 8:00 Uhr wurde das Boot zu Wasser gelassen! Schönes Wetter zusammen mit wenig Wind ergibt aber leider auch einen Nachteil: Nebel. Es war kaum die Hand vor Augen zu sehen! Nachdem brav die anderen mit Radar ausgestatten Profiboote vorgelassen wurden, ging es schön langsam unter Land - immer den Blick auf dem Kartenplotter - Richtung Lachgründe! Drei Seehunde gab es auch noch zu sehen, aber an das Rausfahren auf die offene See zu den Lachsen war noch nicht zu denken. Gegen 11:00 Uhr verzog sich der Nebel und die 30 Meter Kante wurde angefahren, wo die Lachse vermutet wurden.

Ein ganz wichtiger Tipp: Immer dahin fahren, wo andere Boote fischen... Aber nirgendwo war auch nur ein Boot zu entdecken! Und man kommt sich auch ziemlich verloren vor auf der riesigen Wasserfläche. Nach einem kurzen Telefonat mit einem bekannten Lachsprofi hieß es Ruten raus und Vollgas zu einem anderen Spot! Und siehe da, hier waren auch mehr Boote unterwegs! Nur leider alle bisher ohne Erfolg, die Lachse wollten nicht! Aber egal, Ruten ins Wasser: Nur nasse Köder fangen! Da gerade die Heringe vor Rügen waren, kamen Schlepplöffel von 15 cm an die Sideplaner, die ein Fischen der Köder weit neben dem Boot und damit den Einsatz von deutlich mehr Ruten ermöglichen. An die Downrigger, die die Köder auf Tiefen jenseits der 10 m bringen, kamen Lockbleche mit relativ kleinen Ködern. Die Ruten waren ausgelegt und das Warten ging los!

Nach zwei Stunden ohne Biss war die Motivation schon einem „Hauptsache frische Luft“ Stadium gewichen. Da wegen treibendem Seegras regelmäßig die Köder kontrolliert werden mussten, wollte Andi an einer der Downriggerruten unbedingt ein anderes Lockblech montieren! War Jens egal, tat sich ja eh nichts…

Am frühen Nachmittag wurde dann langsam wieder Kurs Richtung Hafen genommen! War ja ein Sonntag und es sollte daher noch zurück nach Hause gehen...
Aus dem Nichts gab es dann ein Geräusch, was uns bisher nur aus Videos bekannt war: Die Downriggerrute mit Andis neuem Lockblech hatte ausgelöst, und die Rollenbremse kreischte in ziemlich geilen Tönen! Nachdem Jens irgendwie die Rute aus dem Halter gewurschtelt hatte, stand er also mit der Angel in der Hand im Boot und wurde erst mal von Andi darauf aufmerksam gemacht, die Rollenbremse doch mal richtig einzustellen! Die war natürlich perfekt eingestellt, aber gegen die 100 m Schnur, die der Unbekannte bis dahin einfach so runtergezogen hatte, war trotzdem nichts zu machen. Andi hatte aber immerhin vorsichtshalber schon mal die anderen Ruten reingeholt! Nach der ersten Flucht konnte Jens dann langsam Schnur zurück gewinnen. Andi machte sich schon mal mit dem Kescher bereit.

Jens´ Knie wurden weicher, weil der Fisch immer noch machte, was er wollte! Aber so nach 10 - 15 Minuten wurde der erste gehakte Lachs an Bord der Carnivore müde! Andi stand schon kescherbereit auf der Rückbank. Stieg dann mit den Worten „ich kann nicht hingucken, ich hab ihn grad gesehen“ wieder runter. Sehr hilfreich für Jens in dieser Situation, der ja eh schon weiche Knie hatte…

Nach ein paar Minuten war er dann am Boot! Der erste Kescherversuch glückte! Der erste Versuch ihn ins Boot zu heben allerdings nicht… Im vierten Anlauf waren wir dann nicht mehr alleine im Boot!

Und da viel auch eigentlich erst so richtig auf, was wir da aus dem Wasser gezogen hatten… 1.10 m und ca. 15 Kg! Mehr Anfängerglück geht nicht!!!!
An dieser Stelle an Lachsprofi Strily: Danke für alle Tipps, Du bist ein absoluter Held und hast nicht nur ein Bier gut!!!!!!

Da der Tag gar nicht besser werden konnte und ohnehin schon der Heimathafen angepeilt war, wurde jetzt der Hebel auf den Tisch gelegt!
Beim Rausslippen wurde dann noch festgestellt, dass ein Golf mit Frontantrieb auf einer steilen und sandigen Slippe doch ziemlich schnell an seine Grenzen stößt - aber mit drei Mann schieben ging es dann doch irgendwie!

Boot aufräumen und verzurren, dann ging es auch schon Richtung Heimat! Klingt ganz zügig, aber insgesamt war es ein 24 Stunden Trip! Dass das Spuren hinterlässt, ist vielleicht an dem einen oder anderen Bild zu erkennen! Aber das war es definitiv wert!

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