Trolling Lübecker Bucht

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Die neue Trolling-Saison ist noch jung, aber den Tag der Tage durften wir wohl schon feiern!

Ort / Gewässer: Neustadt, Ostsee
Zielfisch: Dorsch, Meerforelle

Das Wetter am Samstag sollte traumhaft werden. Also ging es gefühlt mitten in der Nacht los, damit auch jeder Sonnenstrahl ausgenutzt werden konnte. Von der Stammbelegschaft waren Jens und René dabei. Verstärkung bekamen die beiden von Wolfgang.

Das Boot war schnell geslippt und es konnte losgehen. Bei Wassertiefen um die 15 m stoppte Jens das Boot aus und die Waffen wurden scharf gemacht. An der Oberfläche lockten Lauben in kleinen Rhino-Köpfen. An den inneren Brettchen und den Diverruten setzten wir auf Blech.

Die letzte Rute war noch keine 10 Minuten im Wasser, da ratterte die erste Bremse los. Die Laube mit 10 gr Blei hatte zugeschlagen. Eigentlich bei 15 m Wassertiefe sehr selektiv auf Meerforelle, aber bereits nach kurzem Drill war klar, dass hier ein richtig guter Dorsch am Band hing. Jens jedenfalls musste sich ordentlich ins Zeug legen, um den Fisch ans Boot zu pumpen. Wolfgang konnte dann einen Ostseeleoparden von deutlich über 70 cm keschern.

Der Fisch war kaum im Boot, das kreischte die nächste Bremse auf. Dorsch Nummer zwei hatte sich eine Laube von der Oberfläche gepflückt und wieder ein für unsere Gewässer wirklich Kapitaler. Auch dieser Fisch landete sicher im Boot. Hier zeigte sich wieder der Vorteil von Köfis am System. Ein gehakter Fisch kann sich anders als bei Blech nicht aushebeln und die beiden relativ kleinen Haken sitzen fast immer sicher.

Als die erste Aufregung sich gelegt hatte und wir wieder etwas Ordnung geschaffen hatten, meldete sich wieder eine Bremse. Diesmal hatte ein Rhino Spoon mit 45 gr Vorschaltblei zugeschlagen. Wolfgang konnte die erste Forelle des Tages drillen - und mit Ende 50 cm auch gleich eine nicht ganz schlechte.

Wir fingen in den nächsten Stunden noch einige starke Dorsche. Auch Forellen fanden immer wieder Gefallen an unseren Ködern. Dann allerdings verwandelte sich ein guter Angeltag in einen absoluten Traum-Tag. Jens sah gerade noch aus dem Augenwinkel einen richtigen Einschlag in der Diverrute. Der Fisch nahm sofort Schnur und wir mussten die Fahrt des Bootes sogar verlangsamen. Zu Beginn waren sich alle einig, dass da eine gute Meerforelle am Haken hingen müsste. Dann aber zog der Fisch Richtung Grund und blieb einfach stehen. Jens pumpte den Fisch langsam Richtung Oberfläche. Wir zweifelten so langsam, ob da tatsächlich eine Forelle am Haken hängen konnte, da der Drill eher an einen nassen Sack erinnerte, was eher typisch für Dorsche ist.

Eigentlich waren sich alle sicher, dass wieder ein ziemlich guter Ostseeleopard den Blinker genommen hatte. Dann kam aber kein weißer Bauch sondern ein dunkler Rücken an die Oberfläche. Jens Knie wurden schlagartig weich gefolgt von einem hektischen Ruf nach dem Kescher. Zum Glück hatten wir mit Wolfgang ein halbes Jahrhundert Angelerfahrung dabei. Der Fisch war so schnell im Kescher, dass es für eine weitere Flucht zu spät war und Wolfgang konnte eine blitzeblanke Forelle ins Boot heben. Direkt im Kescher verabschiedete sich dann auch gleich der Blinker: Glück gehabt! Das Maßband blieb bei 80 cm stehen. Was für ein Tag!

Auch der Sonntag bescherte uns noch einige schöne Fische. Allerdings hatte der Wind gedreht und statt Sonnenschein gab es immer wieder Schneeschauer. Aber auch wenn der Tag nicht ansatzweise an die Fänge des Vortages anknüpfen konnte, war keiner von uns enttäuscht. Den Tag der Tage der Trolling-Saison haben wir sicher schon erlebt. Aber ein wenig Hoffnung auf einen weiteren Sahnetag bleibt natürlich!!!

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